Förderung der Gesundheit

Das Didgeridoospielen hilft gegen Schnarchen Wer regelmäßig Didgeridoo spielt, schnarcht viel weniger. Dies berichtet eine schweizerische Arbeitsgruppe. Da das Spielen auf dem Instrument der Aborigines die Muskulatur der oberen Atemwege trainiert, verliert diese im Schlaf weniger leicht die Spannung. Bei vielen Erwachsenen (insbesondere Männern) erschlafft diese Muskulatur im Schlaf so sehr, dass es immer wieder zu lautem Schnarchen und im schlimmsten Falle zu Atemaussetzern kommt. Als Folge dieser Schlafapnoe sind die Betroffenen tagsüber müde und schlapp, es können sich Herz-Kreislauf-Probleme entwickeln. Durch das Schlafen mit offenem Mund, können zudem Schluckbeschwerden und Halsschmerzen entstehen. Es gibt zwar die Behandlung nächtlicher Überdruckbeatmung, allerdings stellt der nächtliche Umgang mit einer Atemmaske für viele Patienten einen Störfaktor dar. Das Team eines Schweizer Wissenschaftlers ging nun Berichten eines Didgeridoolehrers nach. Er berichtete davon, seit er das Instrument spiele, schnarche er weniger. Auch sei er tagsüber weniger müde als sonst. Ähnliches wurde auch von einigen seiner Schüler berichtet. Die Forscher überprüften dies, indem sie einigen Patienten mit leichtem Schlafapnoe-Syndrom einen Didgeridoolehrkurs verordneten. Es zeigte sich vier Monate später, dass die Didgeridoospieler tagsüber weniger müde waren. Untersuchungen im Schlaflabor bestätigten, dass ihr Atem tatsächlich weniger häufig aussetzte Und nicht nur ihr eigener Schlaf verbesserte sich, auch ihre Partnerinnen und Partnerartner und Partner berichteten über weniger nächtliche Ruhestörungen. Ein Artikel von Focus vom Mai 2009:

Ob Aborigines weniger schnarchen als andere, ist nicht bekannt. Experten empfehlen dennoch, Schnarchen mit dem traditionellen Instrument der australischen Ureinwohner, dem Didgeridoo, zu bekämpfen.

 
 

 

Musikinstrumente, aber auch Trainingsgeräte

Zungen- und Rachenübungen, wie sie Didgeridoospieler praktizieren, können eine milde oder mäßige obstruktive Schlafapnoe lindern. Dabei kommt es zu nächtlichen Atemaussetzern und Schnarchen. Eine entspannende Tiefschlafphase ist so nicht mehr möglich. Bislang war der Goldstandard zur Behandlung die CPAP-Therapie (Continuous Positive Airway Pressure). Der Patient bekommt über ein Gerät regelmäßig Atemluft mit leichtem Überdruck zugeführt. Dieser stabilisiert den Nasen- und Rachenraum und ermöglicht so eine ungehinderte Atmung und besseren Schlaf. Doch nicht jeder Patient will sich damit abfinden, mit einem solchen Beatmungsgerät zu übernachten. Alternativ existieren bislang aber nur sehr wenige Methoden. Geraldo Lorenzi-Filho von der Universität São Paulo hat nun mit Kollegen einen Ausweg entdeckt.

Training tagsüber ermöglicht ruhige Nächte

„Die allgemeine Annahme unter Ärzten war, dass eine Kräftigung und Formung der Rachenmuskulatur keinen positiven Einfluss auf den Patienten mehr hat, sobald er schläft. Aber die neue Studie zeigte, dass Didgeridoo spielen half, Schnarchen und Atemaussetzer zu reduzieren“, sagt der Schlafforscher. Geraldo Lorenzi-Filho und seine Kollegen führten eine randomisierte, kontrollierte Studie durch, um diesen Effekt zu belegen. Sie rekrutierten 31 Patienten, deren obstruktive Schlafapnoe kürzlich entdeckt worden war. Die Schnarchhäufigkeit und -intensität, die Müdigkeit tagsüber und die Schlafqualität erfassten die Wissenschaftler mittels Selbstauskünften und Fragebögen.

Verbesserung um 40 Prozent

Die Teilnehmer wurden dann nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen unterteilt – eine Übungs- und eine Kontrollgruppe. Jeder der 16 Probanden der Übungsgruppe machte tägliche Zungen- und Rachenübungen. Die 15 Teilnehmer der Kontrollgruppe bekamen ohne ihr Wissen eine nutzlose Placebo-Kur verpasst. Sie setzt auf eine tiefe Atmung oder Nasenspülungen mit Salzlösung. Nach drei Monaten zeigte sich in der Kontrollgruppe keine Verbesserung. In der anderen Gruppe jedoch stieg die Sauerstoffsättigung im Blut deutlich an, die subjektiv empfundene Müdigkeit, das Schnarchen und die Schlafqualität besserten sich. Insgesamt nahmen die Symptome um 40 Prozent ab. Zehn der 16 Patienten gaben die Ärzte sogar Entwarnung: Sie konnten den Grad ihrer Schlafapnoe entweder auf „milde Ausprägung“ oder sogar auf „symptomfrei“ herabstufen. „Die Muskeln der oberen Atemwege sind extrem komplex und die Mechanismen, die zur obstruktiven Schlafapnoe führen, sind noch lange nicht alle klar“, sagt Geraldo Lorenzi-Filho. „Ein starker Muskel kann auch in die falsche Richtung arbeiten und damit nicht notwendigerweise behilflich sein, die Atemwege zu öffnen.“ Für die aktuelle Studie ließ sich dieser Effekt zur Freude der Wissenschaftler jedoch nicht nachweisen.
 
Quelle: Focus Mai 2009